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Ein Digital Native wird 25

Nachdem ich festgestellt habe das ich auch ein Digital Native bin, weil nach 1980 geboren, möchte ich einmal kurz festhalten was es für so jemanden bedeutet, wenn er 25 wird. Sicherlich sind manche Punkte auf der Liste sehr internetlastig, daher bietet sich jedem die Möglichkeit in den Kommentare weitere Punkte vorzuschlagen.

1. Bei der Zahl 127 fühle ich mich heimisch, sei es beim Schwimmbadspint oder auf dem Sitzplatz im Kino.
2. Strg+C, Strg+V und Strg+F sollten als Grundrechte aufgenommen werden.
3. Eine Maus ohne Scrollrad ist Folter.
4. Die Aufmerksamkeitsspanne reicht gerade noch für Twitter Meldungen.
5. Meine Bookmarksammlung ist größer als das Dmozverzeichnis, nur unsortiert.
6. Telefonnummern werden nur noch mit Ortsvorwahl gewählt
7. Benutze die Denic als Telefonbuch
8. Webseiten ohne Werbung betrachte ich als unseriös und langweilig
9. Um Stress zu vermeiden kaufe ich wieder PCs komplett montiert, konfiguriert und installiert beim Händler
10. Vor längerer Internetabstinenz überlege ich mir meine Passwörter aufzuschreiben, weil ich Angst habe sie zu vergessen
11. Lade alle Daten irgendwo ins Internet und hoffe das deren Backupstrategie besser ist als meine
12. Liebe das Google Webprotokoll, weil ich manchmal schon zu faul bin Bookmarks zu machen.
13. Kann mir Zahlen besser merken wenn sie in Gruppen aus Dreien und durch einen Punkt getrennt dargestellt werden.
14. Habe einen Mausarm rechts und links.
15. Beginne von der guten alten Zeit zu sprechen als im Internet noch alle gleichberechtigt waren und es noch keine IP-Sperren gab, weshalb ich u.a. bei YouTube mittlerweile fast keine Musik mehr hören kann oder Playlist.com für mich ganz gesperrt ist.

Google Buzz – abgeschaltet

Nachdem ich Donnerstagmorgen aufgestanden war und nicht nur erschreckend feststellen mußte das es schon wieder geschneit hatte sondern das sich unterhalb meiner Inbox ein neuer Menüpunkt befand welcher mir suggerierte, das ich 7 ungelesene irgendwas hätte, wußte ich, es war falsch gewesen aufzustehen, wie jeden morgen ;-)

Aber ganz im Ernst. Auf einmal hatte ich das Gefühl, es unterhalten sich Menschen in meinem Postfach die ich nie zuvor gesehen habe, über Themen die mich überhaupt nicht interessieren. Gott sei dank laß ich dann auch gleich den Hinweis, das man Buzz abschalten kann. Ich hatte vorher schon vergeblich in den Labs mit Strg + F danach gesucht.

Diesmal jedoch befand sich der Ausschaltknopf ganz unten am Seitenende. Dort tief unten wo man auch in die HTML Ansicht wechseln kann. Dort befindet sich ein Link “Turn off Buzz”. Geklickt und schon breitete sich eine himmlische Ruhe in meiner Mailbox aus. Erst am Nachmittag kam ich dazu mir das Ganze etwas genauer anzuschauen. Aber nach einem flüchtigen Blick über die verschiedenen Statusmeldungen, woher sie auch immer kamen, ob von Vögeln oder aus Facebook oder sonst woher, erinnerte ich mich wieder an das Grundproblem: die Informationsflut.

Wenn man die Bilder von Australien sieht, sollte man statt dem Wort Flut besser etwas anderes verwenden, weil es nicht wirklich um Leben und Tod geht und weil wir selber die Wahl haben wieviel Informationen wie konsumieren. Oder haben wir sie gerade nicht mehr? Dadurch das Google Buzz direkt in unsere Mailboxen verpflanzt wurde, welche sich automatisch mit irgendwelchen Kontakten aus dem Adressbuch synchronisierte, mit Kontakten an die man sich nur noch flüchtig erinnert, kam es mir vor als ob plötzlich ein Schwall Wasser zur Tür herein kam.

Etwas Gutes hatte die ganze Sache. Ich beschäftigte mich das erste Mal ausführlich mit den Einstellungen im Google Reader. Stellte meine Empfehlungen auf Privat und verfolgte nicht länger Menschen die ich überhaupt nicht kannte und denen ich auch überhaupt nicht folgen wollte. Bei der Gelegenheit fand ich heraus, das der Google Reader jetzt auch Tweets lesen kann. Bisher konnte ich mich nicht durchringen, einen Twitter Account zu erstellen. Dabei hat sogar meine Mutter schon einen, weil ihr Unternehmen twittert.

Andere Bekannte mußten sich auch schon in Facebook anmelden, weil das Unternehmen Fotos veröffentlicht. Es scheint manche Unternehmen kommunizieren mehr nach außen als nach innen. Nach außen gibt es täglich gepflegte Blogs, Tweets und Podcasts. Nach innen gibt es immer noch Rundschreiben per E-Mail, ohne Möglichkeit der Kommentierung, und / oder Blogs, die man auch als Jahreszeitenkalender einsetzen könnte.

Sicherlich hat man immer die Möglichkeit beides zu nutzen. Aber woher weiß ich jetzt was wichtig und was unwichtig ist? Vielleicht ist das Wort “Flut” in diesem Zusammenhang doch nicht fehl am Platz. Derzeit habe ich gefühlt 1000 Blogs abonniert. Die Diskussion Blogs aus dem Reader zu entfernen, weil dort nur selten etwas veröffentlich wird, verstehe ich nicht. Ganz im Gegenteil, ich würde mir wünschen, das mehr Blogs nur wirklich Inhalte veröffentlichen, die neu sind. Stattdessen lese ich 20 mal das Selbe. Mittlerweile habe ich die Sortierreihenfolge schon umgekehrt. Ich versuche mich gerade dem Problem von Mitte Januar Richtung Februar zu nähern, statt von Februar zurück in die Vergangenheit. Alternativ bin ich jetzt auch Tweets umgestiegen, weil die sich schneller lesen lassen.

Ein Mittel gegen die Informationsflut ist das aber auch nicht.

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